persian tiles

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ich arbeite nicht gern nach Vorlage. Meistens ist es mir zu langweilig und meine Fantasie macht ja sowieso immer die wildesten Bocksprünge, sodass ich gar nicht genug Zeit habe, die Ideen anderer zu realisieren. Aber manchmal stolpere ich über Anleitungen, die mich faszinieren. Z.B weil sie etwas zeigen, was mir so nicht eingefallen wäre und wovon ich denke, dass ich da noch was lernen kann.

So habe ich ja überhaupt erst angefangen, nach Anleitungen zu stricken und zu häkeln. Eigentlich war es mir immer zu mühsam, diese aus Kürzeln und Zahlen zusammen gestoppelten Texte zu lesen. Und ich hatte immer viel zu viele eigene Projekte.

Bis ich mir dann doch vorgenommen hatte, noch was zu lernen.

Und so stolperte ich über die Anleitung von Janie Crow. Allein der Name gefiel mir: „Persian Tiles“ klang so nach Tausendundeiner Nacht, nach Geheimnis und Exotik und da ich noch über eine gute Menge von buntem Baumwollgarn verfügte, hab ich einfach mal angefangen.

als erstes habe ich mir eine Häkelschrift gemacht, um mich vor dem Kürzel- und Zahlenverhau der Anleitungen zu schützen
aus einem Blümchen wird ein Stern, aus einem Stern ein Achteck

Ich habe mir nichts vorgenommen , sondern angefangen, ein Achteck nach dem anderen zu häkeln. Jedes war neu, jedes ein Einzelstück, jedes spannend. Ich habe den ganzen Sommer lang gehäkelt, morgens auf dem Balkon mit dem ersten Tee, auf Autofahrten, manchmal auch nachmittags in der Hängematte, wenn es zu heiss war, etwas anderes zu tun. Und habe ein Achteck nach dem anderen auf den Stapel gelegt, der irgendwann eine beachtliche Höhe hatte.

BoBo, der kluge Alleskönner bewacht mein Tun von unten
häkeln in der Hängematte

Und dann war die Zeit gekommen, die persischen Kacheln auf meinem Sommerbett nebeneinander zu legen. Zuerst ganz bunt durcheinander und dann doch einer Struktur folgend, indem ich sie nach der Farbe ihrer Aussenreihen zusammenfasste. Erstaunlich, wie bunt das alles trotzdem wirkte.

Memory spielen auf meinem Bett. Allein das war so ein kreatives Spiel, dass ich fast vergass, dass es nicht meine eigene Anleitung war

Als das große Zusammennähen begann, war ich noch einmal froh, dass Sommer war, dass ich mich auf lichtdurchfluteten Tischen ausbreiten konnte, mich zum nähen auf dem Bett ausstrecken konnte.

dafür brauche ich einfach Platz

Und als dann der Abschied und die Reise ins Winterquartier anstand, war völlig klar, dass ich dieses bunte Wunderwerk mitnehmen würde, damit es die Farben des Südens in mein winterweisses Nordschlafzimmer bringt.

Ich habe es keine einzige Nacht bereut.

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